Übersicht 2023

Abstracts

Unsere Vorträge

Dr. Herbert Renz-Polster

Bedürfnisorientierte, bindungsorientierte oder beziehungsorientierte Erziehung kann als Großtrend der letzten zwei Jahrzehnte bezeichnet werden. Allerdings ist unklar, worin sich die Bedürfnisorientierung nun genau zeigt. Hier wird teilweise auf den evolutionsbiologischen Rahmen verwiesen („artgerecht“), teils auf bestimmte Haltungen in der Beziehungsgestaltung zu Kindern (achtsame Kommunikation, nicht schimpfen, nicht strafen usw.). Allerdings nehmen auch die Befürworter eher autoritäre Erziehungshaltungen für sich in Anspruch, sich an den Bedürfnissen der Kinder zu orientieren. Zu guter Letzt weist die Evolutionsbiologie darauf hin, dass im echten Familienleben immer auch eine Bedürfniskonkurrenz herrscht, und Bedürfnisse vielleicht gar nicht auf ihre volle Erfüllung angelegt seien. Was taugt nun also das Konzept der „Bedürfnisorientierung?

Mehr Informationen zum Referenten

Dr. Herbert Renz-Polster

Dass Gestillt-Werden ein wichtiger Schutzfaktor gegenüber dem Plötzlichen Kindstod (SIDS) ist, ist in der Forschung unbestritten. Dieser Faktor dürfte das Risiko auf etwa die Hälfte reduzieren. Nur: wie wirkt dieser Schutzfaktor? Das ist bisher unklar. Es könnte sein, dass die mit Stillen verbundenen häufigeren Mutter-Kind-Interaktionen mit ihrem co-regulierenden Einfluss eine Rolle spielen. Dazu passt allerdings nicht, dass nach manchen Studien auch nur anfängliches „Kurzzeitstillen“ zu schützen scheint. Einen Hinweis könnte in der Beobachtung liegen, dass SIDS in der Neugeborenenzeit – also in der durch neonatale Schutzreflexe gekennzeichneten Entwicklungsphase – deutlich seltener ist als in den Monaten danach. Könnte es sein, dass Gestillt-Werden etwas mit dem „Einüben“ von die Atemwege absicherndem Schutzverhalten zu tun hat?

Mehr Informationen zum Referenten

Erika Nehlsen, IBCLC, EFNB

Eine Auswahl aktueller Publikationen zu verschiedenen Aspekten des Stillens und der Laktation in Bezug auf Mutter und Kind.

Mehr Informationen zur Referentin

Erika Nehlsen, IBCLC, EFNB

Der WHO Kodex erlaubt den Einsatz von Stillhilfsmitteln. Da kommen wir nicht in Konflikte.

Wir sollten uns aber immer fragen, ob der Einsatz von Stillhilfsmitteln in dieser individuellen Situation entsprechend den Erfordernissen der Familie angepasst ist und was wir bedenken müssen, um der Familie eine informierte Entscheidung und das erfolgreiche Stillen zu ermöglichen.

Mehr Informationen zur Referentin

Dr. Maren Mittelhammer

Zahnärztin

Die meisten Ratgeber für die Schwangerschaft und Stillzeit empfehlen bereits in der Kinderwunschphase eine gründliche zahnärztliche Untersuchung, um etwaige Baustellen zu beseitigen, bevor in Schwangerschaft oder Stillzeit dahingehend Handlungsbedarf entsteht.

Dennoch stellt sich immer wieder die Frage, wie beim Eintreten des unerwünschten Behandlungsfalles richtig gehandelt wird.

Welche zahnärztlichen Behandlungen und Anästhesieformen können in Schwangerschaft und Stillzeit durchgeführt werden? Muss tatsächlich komplett auf Röntgen verzichtet werden? Diese und weitere „bohrenden Fragen“ beantwortet Ihnen Zahnärztin Dr. Maren Mittelhammer.

Mehr Informationen zur Referentin

Dr. Maren Mittelhammer

Zahnärztin

„Stillen ist die erste kieferorthopädische Behandlung!“

Die gesundheitlichen Vorteile des Stillens für Mutter und Kind sind seit langer Zeit bekannt. Interdisziplinär herrscht jedoch vor Allem Uneinigkeit.

Manche Quellen bringen das „prolongierte“ oder nächtliche Stillen zu Unrecht in den Verdacht frühkindliche Karies (ECC) zu begünstigen.

Der Vortrag zeigt die aktuelle Studienlage und die positiven Effekte des Stillens auf Zähne und Kiefer, den Einfluss von Ernährung und Beikost auf die Mundgesundheit und räumt Mythen um Schnuller und Co. aus.

Mehr Informationen zur Referentin

Dr. Karin J. Lebersorger

Klinische- und Gesundheitspsychologin

Das vorzeitige Ende einer Schwangerschaft birgt traumatisches Potential für Eltern und Kind. Die elterlichen Gefühle sind benennbar und benötigen Anerkennung und Begleitung. Die invasiven Erfahrungen des Babys in der vorsymbolischen Phase werden im Körpergedächtnis gespeichert und sind ihm meist nicht zugänglich. Ihre Integration in die Lebensgeschichte ist essentiell, damit sie später sein Erleben und Handeln nicht beeinträchtigen. Der Vortrag stellt dar, wie sich vorsprachliche Erlebnisse auswirken, und wie Eltern ermutigt werden können, Verbindungen zu ihnen herzustellen und sie bewusst zu machen.

Mehr Informationen zur Referentin

Dr. Karin J. Lebersorger

Klinische- und Gesundheitspsychologin

Wie in Patchwork-, Adoptiv- oder Pflegefamilien finden sich erweiterte familiäre Konstellationen auch nach Familiengründung mittels jener Formen assistierter Reproduktion, die biologisch Andere miteinbeziehen. Für die Entwicklung und Identitätsfindung der Kinder ist ein Wissen über alle an ihrer Entstehung und ihrem Aufwachsen Beteiligten und deren Integration in die Familiengeschichte unerlässlich. Ein offener Umgang wird durch unverarbeitete elterliche Gefühle häufig erschwert, sodass Familiengeheimnisse die Eltern-Kind-Beziehungen belasten. Im Vortrag wird dargestellt, wie alle im Frühbereich Tätigen dazu beitragen können, dass diese integrativen Prozesse gelingen.

Mehr Informationen zur Referentin

Christine Lorenz-Wiegand

Das Wort Beratung ist in aller Munde und wird seit dem G-BA Beschluss mit der Forderung nach psychosozialer Beratung in der Neonatologie so genau betrachtet wie noch nie.

  • Welche Inhalte in der Elternberatung?
  • Welche Inhalte in der psychosozialen Elternberatung?
  • Wie gestaltet sich unter „diesen Umständen“ eine gelungene Kommunikation im Sinne der Familien?

Gemeinsam tauchen wir 45 Minuten in die Welt der Beratung ein und setzen Puzzleteile zusammen, damit am Ende eine qualitätsorientierte Übersicht eines multiprofessionellen gemeinsamen Tuns ersichtlich wird.

Mehr Informationen zur Referentin

Felicita Bonaszewski

Neugeborene sind auf neonatologischen Intensivstationen einer erhöhten Schallexposition ausgesetzt. Bei übermäßigem Lärm besteht die Gefahr, dass es zu Entwicklungsverzögerungen und Schädigungen des Gehörs kommt. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt daher eine maximale Schallexposition von 35 dB – dies entspricht einem geflüsterten Gespräch – anzustreben. Die tatsächlich gemessenen Schallpegel auf neonatologischen Intensivstationen liegen jedoch meist deutlich höher. Es benötigt daher Maßnahmen, um übermäßigen Schall zu reduzieren. 17 Studien an verschiedenen Kliniken konnten im Pflegealltag Maßnahmen zur Lärmreduktion identifizieren. Diese gliedern sich in technische, organisatorische und personenbezogene Maßnahmen.   Im Vortrag werden verschiedene Maßnahmen dargestellt und praktische Handlungsempfehlungen gegeben.

Mehr Informationen zur Referentin

Felicita Bonaszewski

Der transepidermale Wasserverlust ist für ein Frühgeborenes, welches vor der 32. Schwangerschaftswoche geboren wurde, von besonderer Bedeutung. Die Haut des Frühgeborenen konnte sich interuterin noch nicht vollständig entwickeln und muss diese Entwicklung extrauterin abschließen. Bis die Haut nach 28 Lebenstagen vollständig entwickelt ist, kommt es über die oberste Schicht der Haut, die Epidermis, zu einem Wasserverlust, welcher unter anderem zu Elektrolytverschiebungen und dem Austrocknen der Haut führt. Sie braucht daher besondere Pflege um extrauterin physiologisch reifen zu können. Es werden literaturgestützte Best Practice-Beispiel dargestellt, wie die Hautreifung im beschrieben Zeitraum pflegerisch unterstützt werden kann.

Mehr Informationen zur Referentin

Aleyd von Gartzen, IBCLC

Die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) hat seit ihrer Gründung vor 60 Jahren mehr als 800 Leitlinien erarbeitet. Diese fassen den aktuellen Stand des Wissens zusammen und tragen damit zu einer evidenzbasierten Gesundheitsversorgung bei.
Zunehmend häufiger entstehen mittlerweile auch Leitlinien rund um das Thema Stillen, wie zum Beispiel „Entzündliche Brusterkrankungen in der Stillzeit“, „Allergieprävention“ und „Stilldauer und Stillförderung“, die zum Teil schon veröffentlicht, zum Teil noch in Arbeit sind.

Wie ist der Entwicklungsstand? Wie sind die Empfehlungen der bereits veröffentlichten Leitlinien zu bewerten? Welchen Einfluss haben sie auf die Arbeit von Stillberaterinnen?

Mehr Informationen zur Referentin

Peter N. Hillebrandt, MHBA

„Inflation“ und „Zeitenwende“ wurden wichtige Herausforderungen des täglichen Lebens. Schon immer waren selbstständige StillberaterInnen auch UnternehmerInnen. Sie haben neben der fachlichen Verantwortung für Ihre Klientinnen auch eine wirtschaftliche Verantwortung für ihre Praxis und sich selbst. Häufig stellt sich dabei die zentrale Frage: „Welchen Preis kann/darf/muss ich verlangen?“

Der Vortrag bietet dafür wertvolle Wissensgrundlagen. In Form einer Check-Liste werden die Themen Steuern & Abgaben, Vorsorge & Versicherungen sowie Strategisches Management & Controlling in einem Streifzug behandelt, damit wirtschaftliche „Top-10-Fehler“ vermieden werden. So können GründerInnen und fortgeschrittene UnternehmerInnen ihren wirtschaftlichen Status-Quo und neue Chancen erkennen sowie praktische Handlungsmöglichkeiten für ihren Betrieb mitnehmen.

Mehr Informationen zum Referenten

Dr. Heike Wolter, Freie Dozentin

Das Leben als Schwangere ist voller Regeln – explizit oder unausgesprochen. Hinsichtlich der Ernährung heißt es oft: „Dies darfst du nicht essen und trinken.“ „Achte darauf, dass du das hier isst und trinkst.“ Wissenschaft, kulturelle Überzeugungen und Traditionen sowie individuelle Vorlieben und Abneigungen haben entscheidenden Einfluss auf die Ernährung in der Schwangerschaft (und im Wochenbett).

Der Vortrag unternimmt eine Reise zum Umgang mit unterschiedlichen Nahrungsmitteln und blickt auf ihren Ernährungswert, mögliche nachgewiesene Gefahren und Vorteile sowie kulturelle Zuschreibungen. Er betrachtet aber auch spezielle Ernährungsformen und den Umgang mit Gewichtszunahme in der Schwangerschaft.

Mehr Informationen zur Referentin

Prof. Dr. med. Sarah Kittel-Schneider

Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) bzw. Aufmerksamkeitsstörung ohne Hyperaktivität (ADS) sind relativ häufige entwicklungspsychiatrische Erkrankungen, welche in der Kindheit beginnen und bei ca. 60% aller Betroffenen ins Erwachsenenalter persistieren können und  ca. 4% aller Erwachsenen weltweit betreffen. Männer und Frauen sind ähnlich häufig betroffen, allerdings ist die Erkrankung bei Frauen noch deutlich unterdiagnostiziert. Es gibt viele Studien, welche sich mit  Eltern mit ADHS und ihren Kindern ab dem Vorschulalter beschäftigen, aber noch zu wenig Erkenntnisse darüber, wie sich eine ADHS der Mutter in Schwangerschaft, Stillzeit und früher Kindheit des exponierten Kindes auswirkt. Die ersten Hinweise z.B. zu erhöhten Risiken für Schwangerschafts- und Geburtskomplikationen sowie eigene klinische Erfahrungen von ADHS Müttern mit Säuglingen sollen in diesem Vortrag präsentiert werden. Zudem soll der Vortrag anregen, in der eigenen Hebammen- oder Stilberaterinnen-Praxis die Augen offen zu halten, nach Müttern, die ggf. von ADHS betroffen sind, damit dieses diagnostiziert und behandelt wird und die negativen Folgen auf die Kinder möglichst gering zu halten.

Mehr Informationen zur Referentin

Brigitte Neumann, Diplom-Ökotrophologin

Viele (werdende) Mütter sind dem Stillen gegenüber ambivalent eingestellt oder empfinden es als herausfordernd. Zielführend kann eine Beratung sein, die die Zuversicht fördert, dass Stillen möglich ist und Stolpersteine überwunden werden können.

Motivational Interviewing (MI), übersetzt Motivierende Gesprächsführung, ist dafür ein wissenschaftlich erprobtes und bewährtes Konzept. Es setzt Impulse und weckt intrinsische Motivation, aus der heraus Frauen für sich selbst stimmige Stillentscheidungen treffen können.

Diese Entscheidung ist wie ein Weg. Wie er gegangen und von MI begleitet werden kann, erläutert dieser Vortrag nicht nur in der Theorie, sondern auch ganz praktisch an einem begleitenden Fallbeispiel.

Mehr Informationen zur Referentin

Brigitte Neumann, Diplom-Ökotrophologin

Stillen ist die natürlichste Ernährung für das Kind. Dennoch: Die Produktpalette der Säuglingsnahrungen ist groß. Die seit 2021 gültigen Änderungen der EU-Diätverordnung, die die bisherige Diätverordnung ablöst, schafft zusätzliche Verwirrung. Was sind die gültigen gesetzlichen Regelungen? Welche Produktunterschiede gibt es? Wie sind sie einzuordnen in Bezug auf eine gesunde und ausgewogene Säuglingsernährung mit Formulanahrung?

Mehr Informationen zur Referentin

Brigitte Neumann, Diplom-Ökotrophologin

Vegan ist im Trend. Wie kann vegane Ernährung auch ausgewogen sein für Mutter und Kind? Welche Supplemente sind notwendig? Wie sieht ausgewogene vegane Ernährung ganz praktisch aus? Wie können wir Mütter und Familien kompetent und sehr praxisorientiert unterstützen? Wo sind die Chancen, die Risiken und die Grenzen? Mit diesem Vortrag bekommen Sie einen Überblick über die veganen Möglichkeiten – und lernen auch die Unmöglichkeiten kennen.

Mehr Informationen zur Referentin

Thomas Kühn, Neonatologe

Muttermilch ist erwiesenermaßen die förderlichste Nahrung für alle Neugeborenen. Für Frühgeborene senkt sie signifikant Mortalität und Morbidität. Trotz dieser lange bekannten Tatsachen sind die Ernährungsprozesse in den einzelnen Neonatologien noch sehr heterogen. Eine individuelle und entwicklungsangepasste Strategie zur Vermeidung von Stress und oraler Aversion bei der Ernährung zu finden, ist tatsächlich hochkomplex. Aus diesem Grund hat der Bundesverband „Das frühgeborene Kind“ e.V. in einer multiprofessionellen Arbeitsgruppe Leitsätze zur Ernährung erarbeiten lassen, die in diesem Vortrag vorgestellt werden sollen.

Mehr Informationen zum Referenten

Thomas Kühn, Neonatologe

Die ERC-Empfehlungen 2021 zur Erstversorgung und Reanimation Neugeborener legen nun erstmals auch den Fokus auf das sehr unreife Frühgeborene. Denn es macht tatsächlich einen großen Unterschied, ob das Neugeborene extrem unreif ist und bei der Geburt nur 500 Gramm wiegt oder ob im Rahmen einer Komplikation unter der Geburt schnellstmöglich Atmung und Kreislauf stabilisiert werden müssen. Das adäquate Vorgehen unterscheidet sich daher erheblich und hat einen maßgeblichen Einfluss auf die langfristige Entwicklung der Kinder.

In diesem Vortrag liegt der Schwerpunkt auf den aktualisierten Empfehlungen zur Erstversorgung sehr unreifer Frühgeborener unter besonderer Würdigung des Bindungsaspektes zwischen Eltern und Kind.

Mehr Informationen zum Referenten

Martina Kruse, Hebamme, MA Education & Management

Ca. 3 % aller Frauen entwickeln in Folge der Geburt eine posttraumatische Belastungsstörung, in Hochrisikogruppen steigt die Zahl der Betroffenen auf ca. 15 Prozent. Die hohe Prävalenz und die gravierenden Folgen für Eltern und Kinder machen es notwendig, sich mit dem Thema traumatische/gewalthafte Geburt zu beschäftigen. Die Ursachen sind vielfältig und sind auf der individuellen und strukturellen Ebene zu suchen. .

Der Vortrag beleuchtet Formen, Ursachen und Auswirkungen von gewalthaften/traumatischen Geburten. Es werden Unterstützungsmöglichkeiten vorgestellt, die das Familiensystem entlasten und so zu einer gelingenden Eltern-Kind-Beziehung beitragen können.

Mehr Informationen zur Referentin

Samuel Börner, EFNB, Sales-Manager

Bestimmt kennen Sie die Situation, manche Eltern auf einer Neonatologie fühlen sich am Anfang unbeholfen, überfordert oder sind gar verstört. Die Schwangerschaft und die Geburt verlief anders als geplant oder erwartet. Trotzdem geben die Mitarbeitenden auf einer Neonatologie-Station alles, damit sich das Frühgeborene positiv entwickeln kann.
Aber welche Verhaltensregeln gibt es da für eine*n Außendienst-Mitarbeiter*In, welche*r eine Neonatologie-Station besucht? Eventuell verhält sich diese*r ebenfalls ungeschickt, unbeholfen oder sogar taktlos. Insgesamt 58 Neonatologie-Stationen haben sich bei einer Analyse für eine Facharbeit beteiligt. Die Auswertung dieser Rückmeldungen werden präsentiert und mögliche Umsetzungsbeispiele aufgezeigt.

Mehr Informationen zum Referenten

Dr. rer. nat. Dipl.-Psych. Juliane Junge-Hoffmeister

Wie Mütter die Geburt ihres Kindes subjektiv erleben variiert beträchtlich in Abhängigkeit von psychologischen, medizinischen, situativen, interpersonellen und individuellen Faktoren. Bis zu 20% der Frauen entwickeln in Folge der Entbindung traumatische Stresssymptome, 4% sogar eine posttraumatische Belastungsstörung. Ein negatives Geburtserleben stellt dafür einen bedeutsamen Risikofaktor dar und hat damit potentiell Auswirkungen auf die postpartale psychische Gesundheit der Frau sowie die Mutter-Kind-Beziehung.

An der Mutter-Kind-Tagesklinik der Klinik für Psychotherapie und Psychosomatik des Universitätsklinikums Dresden wurden Interview- und Fragebogendaten von N=141 postpartal erkrankten Frauen zu Psychopathologie, Geburtsverlauf sowie Mutter-Kind-Beziehung ausgewertet. Ca. 47% der Frauen berichteten überwiegend negative Geburtserfahrungen, 57% zeigten ausgeprägte Bindungsprobleme zu ihrem Säugling. Univariate logistische Regressionen ergaben, dass Mutter-Kind-Beziehungsstörungen von negativen Geburtserfahrungen und mütterlicher allgemeiner Psychopathologie, Depressivität und Ängstlichkeit vorhergesagt wurden. Im multiplen Modell prädizierten jedoch einzig negative Geburtserfahrungen eigenständig klinische Mutter-Kind-Beziehungsstörungen (OR=0.96 [0.93-0.98]).

Negative Geburtserfahrungen scheinen somit bei der Entstehung von Störungen der Mutter-Kind-Beziehung eine entscheidende Rolle zu spielen und sollten bei der Behandlung psychischer Störungen in der Postpartalzeit unbedingt berücksichtigt werden. Die Behandlung sollte dabei in einem Eltern-Kind-Setting zur Stabilisierung und Intensivierung der Mutter-Kind-Beziehung erfolgen, um langfristig negative Folgen für die kindliche Entwicklung abzuwenden. Präventiv ist die Vermeidung negativer Geburtserfahrungen gerade für vulnerable Gruppen, z.B. mit psychischen Vorbelastungen bzw. Traumatisierungen durch Gestaltung des Geburtssetting, aber auch Vor- und Nachsorge von großer Bedeutung für Mutter und Kind. Geeignete Ansätze dazu werden diskutiert.

Mehr Informationen zur Referentin

Dr. Gerd Knothe, IBCLC

Mammakarzinome in der Stillzeit sind glücklicherweise eine seltene Erscheinung. Nichtsdestotrotz sind wir immer wieder mit der Beurteilung von Brustbefunden in der Stillzeit konfrontiert. Neben aktueller Literaturrecherche wird anhand einzelner Kasuistiken das Dilemma zwischen Beruhigung oder Beunruhigung der Stillenden, des Fehlens einfacher, eindeutiger, nicht invasiver Methoden der Untersuchung und des Nichtwahrhabens der Möglichkeit einer malignen Diagnose in dieser besonderen Situation nicht nur durch die Betroffene, sondern auch durch den Diagnostizierenden dargestellt.

Mehr Informationen zum Referenten

Dr. Gerd Knothe, IBCLC

Die Perinatalerhebung durch ÄrztInnen war der Beginn der datengestützten medizinischen Qualitätssicherung in Deutschland. Seitdem gibt es gerade in der Gynäkologie und Geburtshilfe zahlreiche Leitlinien, die uns helfen Mütter und Neugeborene vor Schaden zu bewahren. Dabei handelt es sich aber nach wie vor um den kleinsten gemeinsamen Nenner, auch wenn zunehmend durchgeführte Doppelblindstudien die Empfehlungen immer umfassender nachvollziehbar machen. Die Analyse verschiedener Leitlinienempfehlungen zeigt aber auch Überraschendes und Widersprüchliches.

Mehr Informationen zum Referenten

Elke Schubert, IBCLC

Die Diagnose Lippen-Kiefer-Spalte erreicht die werdenden Eltern häufig im Zusammenhang mit dem Fein- auch Organultraschall genannt um die Mitte der Schwangerschaft. Je nach Vorerfahrungen, Wissensstand und auch ihrer psychischen Belastbarkeit reagieren die werdenden Eltern unterschiedlich. Im Folgenden möchte ich Sie vorbereiten auf Fragen, die Eltern in dieser Phase bewegen und welche Informationen Sie den Eltern vorgeburtlich anbieten können.
Der Schwerpunkt des heutigen Vortrages soll das Aufzeigen der verschiedenen Füttermöglichkeiten für Neugeborene mit LKGS sein.
Ein Ausblick auf den weiteren Verlauf und Hinweise zu sozialmedizinischen Aspekten sollen den Vortrag abrunden.

Mehr Informationen zur Referentin

Sebastian BehrensVorstandsmitglied im Bundesverband das Frühgeborene Kind

Dr. med. Dirk LuthinFacharzt für Allgemeinmedizin, Manuelle Medizin, Notfallmedizin

In diesem Vortrag werden osteopathische und manualmedizinische Herangehensweisen bei Säuglingen vorgestellt. Wann kann eine osteopathische oder manualmedizinische Vorstellung bei welcher Fragestellung und bei welchem Säugling sinnvoll sein? Wann ist Osteopathie sinnvoll, wann Manualmedizin, wann (welche) Physiotherapie? Inzwischen gibt es viele neue Erkenntnisse zum Thema bei deutlich verbesserter Studienlage, so dass viele Therapieentscheidungen evidenzbasiert getroffen werden können.

Mehr Informationen zum Referenten

Dr. med. Dirk LuthinFacharzt für Allgemeinmedizin, Manuelle Medizin, Notfallmedizin

Im Vortrag werden die neuesten Erkenntnisse zum Thema fachübergreifend dargestellt. Dabei wird ausführlich auf die Sinnhaftigkeit einer osteopathischen oder manualmedizinischen Intervention zur Prävention oder Therapie einer Plagiozephalie eingegangen. Tenor: Bei frühzeitigem Handeln lassen sich die meisten lagebedingten Plagiozephalien verhindern bzw. erfolgreich therapieren. Hierzu wird ein Vorschlag für ein sinnvolles Vorgehen unterbreitet und dabei die Bedeutung der interdisziplinären Zusammenarbeit hervorgehoben: Säugling – Eltern – Geburtshilfe – Hebamme – Pädiatrie – Osteopathie – Manualmedizin – Physiotherapie – Orthopädie – bis hin zur Helmtherapie etc.

Mehr Informationen zum Referenten